Um 680 kam Wigbert im angelsächsischen Wessex zur Welt. Er trat in den Benediktinerorden ein und lebte vermutlich im Kloster Glastonbury (Südwestengland). Um 730 begann er, den Heiligen Bonifatius bei dessen Missionsarbeit in Hessen und Thüringen zu unterstützen.
Wigbert war zunächst als Lehrer tätig und wurde dann zum Abt des im Frühjahr 724 von Bonifatius gegründeten Benediktinerklosters in Fritzlar (südwestlich von Kassel) ernannt. Im Kloster Ohrdruf bei Gotha (ebenfalls von Bonifatius gegründet und das erste historisch belegte Kloster Thüringens) richtete er eine Schule für Geistliche ein und war als Lehrer künftiger Missionare tätig. Um 732 kehrte Wigbert schließlich nach Fritzlar zurück, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Bis ins Alter soll er unterrichtend und als Seelsorger tätig gewesen sein. Um 737/738 verstarb Wigbert in Fritzlar, wo man ihn auch bestattete. Die meisten seiner Gebeine ließ Erzbischof Lullus am 13. August 780 nach Hersfeld (Hessen) übertragen. Diese wurden aber zerstört, als die Kirche 1761 niederbrannte; seine in Fritzlar verbliebenen Reliquien befinden sich noch heute in einem 1340 errichteten Hochgrab in der Krypta des Domes.
Anlässlich der Errichtung der Klosterkirche in Hersfeld im Jahre 836 schrieb Servatus Lupus, Abt von Ferrières-en-Gâtinais (Zentralfrankreich), die Lebensgeschichte Wigberts nieder. Diese beinhaltet allerdings weniger historische Fakten als vielmehr eine Beschreibung von Wigberts Wesensart (er war wohltätig, sehr belesen, ein ausgezeichneter Lehrer und hatte hohe moralische Ansprüche an sich selbst) und Legenden, die sich um den Heiligen ranken. So soll etwa bei seiner Beerdigung ein prächtiger Paradiesvogel drei Mal um das Grab geflogen sein; und dank seines unerschütterlichen Glaubens soll die Kirche von Fritzlar bei Angriffen der Sachsen verschont geblieben sein. Am bekanntesten dürfte jene Legende sein, der zufolge es einmal keinen Wein für die Messe gab.Wigbert nahm eine Traube, presste sie in den Messkelch und erhielt Wein statt Traubensaft. Eine weitere Traube grub er ein, und daraus wuchs innerhalb kürzester Zeit ein großerWeinstock.
Darstellung: als Benediktinerabt
Attribute: Mitra, Stab; Kirchenmodell (Gründer der Klosterkirche in Fritzlar); Buch (Gelehrsamkeit); Vogel; Kelch, Traube (Weinwunder)
Dieser Text ist dem
"Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010